erschienen im Plärrer, Oktober 1990:
Ausstellung im "Burgtheater"
Eros & sanfte Archaik
Bilder von Christine Splitgerber
Christine Splitgerber ist eine gebürtige Pappenheimerin, dennoch kennt
man
sie hier kaum. Die Künstlerin, die sich bislang den Anregungen der
Nürnberger
Kunstszene versagt hat, keiner Vereinigung angehört und auch sonstige
Formen des Antichambrierens nicht beherrscht, ist für Überraschungen
gut.
Sie beherrscht die Kunst des Schweigens - auch hierin unterscheidet sie
sich -,um so beredter sind ihre Arbeiten.
Alles andere als "naiv" sind sie, wiewohl zumindest ihre symbolistischen,
in Gomera entstandenen aquarellierten Arbeiten auf den ersten Blick einen
solchen Fehlschluß nahelegen.In diesen kann man, wie durch einen
hauchdünnen
Schleier hindurchgesehen, Fabelwesen und archaisch anmutende Figurationen
Erkennen: fixierte, aber keineswegs starre Umsetzungen von nicht bewußten,
nicht geplanten Gefühlsanwandlungen.
Atmen solche Bilder eine gewisse Introvertiertheit, so eröffnet sich
in Bleistift-
und Federzeichnungen fast schon ein anderes Extrem dieser Künstlerin:
vital, expressiv und oft drastisch sind ihre erotischen Arbeiten, ohne
auf
Effekte zu spekulieren.
(Jochen Schmoldt - Chefredakteur PLÄRRER)
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